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Freiwilliges Soziales Jahr und Zivildienst
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Mein Freiwilligendienst im Servizio Cristiano Riesi, Italien
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An alle Italien-Liebhaber!
Falls ihr noch nicht wisst, was ihr nach eurem Abitur machen wollt, ihr entweder Mädchen oder ausgemustert seid und gerne erstmal ein Jahr etwas anderes machen wollt, als direkt von der Schulbank auf die Unibank zu wechseln, dann könnte euch das Folgende interessieren:
Das Servizio Cristiano
Das Servizio Cristiano, in dem ich grade meinen 10-monatigen Freiwilligendienst verbringe, wurde 1961 von Tullio Vinay, einem Priester der Waldenserkirche, gegründet. Es befindet sich in Riesi, einer armen Kleinstadt im Süden Siziliens mit ungefähr 9000 Einwohnern. Das Zentrum wurde mit der Hilfe von Freiwilligen aufgebaut und ist somit seit seinem Ursprung auf dieser Art von Hilfe begründet. Es entstand ein wunderschönes Zentrum, von Olivenbäumen umgeben, das in Riesi wahrhaft eine Oase darstellt, und eine Grundschule, einen Kindergarten, eine biologische Landwirtschaft, ein Gästehaus und auch eine Familienberatungsstelle beinhaltet.
Die Sektoren – unsere Arbeit
Hier gibt es verschiedene Sektoren, in denen man arbeiten kann und auf die wir Freiwillige aufgeteilt sind:
- Grundschule / Kindergarten
- Landwirtschaft
- Hausmeisterei
- Hauswirtschaft
In der Grundschule, wo ich den ganzen Tag arbeite, gibt es wiederum verschiedene Sachen zu tun:
- Schulbusbegleitung
- Assistenz in den Klassen
- Pausenbetreuung
- Betreuung beim Essen
- Englischunterricht (evtl. auch Deutsch- oder Französischunterricht)
- Musikunterricht
- evtl. AGs (z. B. Tanzen, Theater...)
Im Kindergarten verbringt man die Zeit mit den Kindern, spielt mit ihnen, bastelt, macht teilweise Vorschulaufgaben, Betreuung und Spiele während der Zeit draußen, man isst mit den Kindern und danach werden die 3- und 4jährigen ins Bett gebracht.
In der Landwirtschaft muss man Mandeln, Oliven, Tomaten und natürlich auch anderes Gemüse ernten; was man sonst noch in der Landwirtschaft tut, ist klar, diese Arbeit wird von Jungs eindeutig bevorzugt :)
In der Hausmeisterei erledigt man alle kleineren und größeren Hausmeisterarbeiten, die täglich anfallen, bis hin zu großen Projekten wie Bäder renovieren.
In der Hauswirtschaft putzt man morgens die Zimmer der Gäste und andere Räume und nachmittags den Kindergarten und die Grundschule.
Die Freiwilligen und ihre Unterkunft
Momentan sind wir hier 10 Freiwillige: 7 aus Deutschland, 1 aus Frankreich, 1 aus Italien und 1 aus Uruguay.
Wir wohnen alle zusammen in einem Gebäude, jedoch hat jeder sein eigenes Zimmer mit (!) eigenem Bad. Die Zimmer sind ziemlich groß und mit einigen Möbeln ausgestattet. Wir teilen uns unseren Gemeinschaftsraum mit Fernseher, Gemeinschaftscomputer und Küche, in der wir abends abwechselnd kochen. Mittags bekommen wir das Essen, was die Köche auch für die Kindergarten- und Grundschulkinder kochen. Es gibt w-LAN im Gemeinschaftsraum, sodass man problemlos mit dem eigenen Laptop skypen oder e-Mails schreiben kann.
Uns stehen Autos zur Verfügung, die wir am Wochenende oft nutzen, um Ausflüge zu machen und so Sizilien zu erkunden.
Am Anfang unseres Dienstes hier gab es einen kleinen Sprachkurs, um uns den Anfang mit der Sprache zu erleichtert. Wer, wie ich, ohne Organisation herkommt, sollte jedoch entweder schon Italienisch in der Schule gelernt haben oder zumindest einen Volkshochschulkurs machen, um ein bisschen Ahnung von der Sprache zu haben.
Kosten, Taschengeld, Bewerbung
Ich selber habe über eine Informationsveranstaltung in der Elisabethschule zufällig vom Servizio erfahren, und mich sofort danach begeistert direkt hier beworben. Es gibt zwar auch Organisationen, die hierhin entsenden, jedoch ist es kein in Deutschland anerkanntes FSJ und wenn man sich bei einer Organisation bewerben will, gestaltet sich das Ganze sehr viel schwieriger und aufwändiger.
Will mann allerdings wie ich ohne Organisation hierher, kommen einige Kosten auf einen zu. Ich selber musste 2000€ im Voraus (aber nicht auf einmal) zahlen, die ich hier in Form eines monatlichen Taschengeldes von 155€ und einer Arbeits- und Unfallversicherung quasi wiederbekomme.
In meinen zehn Monaten hier habe ich 24 Ferientage, wovon man ca. die Hälfte selber festlegen kann, der Rest ist vorbestimmt durch z. B. Weihnachts- oder Osterferien.
Wer sich bewerben möchte, sollte dies schnell tun, ich stehe gerne für weitere Informationen zur Verfügung. Für die Bewerbung benötigt man (soweit ich weiß) ein Motivationsschreiben und einen Lebenslauf mit Foto (wenn möglich auf Italienisch). Außerdem ist ein gutes Wort meinerseits sicherlich hilfreich. Wie man weiß, läuft in Sizilien so einiges über Beziehungen!
Kontakt
Wie bereits erwähnt, kann sich jeder, der interessiert ist, gerne bei mir melden, sei es für weitere Informationen oder als Kontaktperson. Ansonsten spricht die Sekretärin sehr gut Deutsch und kann somit sicherlich einige Fragen beantworten.
Das Servizio Cristiano gibt es auch im Internet, zu finden unter www.serviziocristiano.org
Die e-Mail-Adresse der Sekretärin Angela Siciliano lautet: segreteria@serviziocristiano.org
Wer sich lieber erstmal bei mir melden möchte, tut das hier: paularoeder@web.de
Auf meinem Blog habe ich schon einige recht lange Berichte geschrieben, die hier nachzulesen sind: www.paula-auf-sizilien.blogspot.com
Bei Studi-VZ gibt es außerdem noch weitere Fotos zu bewundern.
Die Adresse des Servizio, für zum Beispiel Bewerbungsunterlagen, lautet:
Servizio Cristiano Istituto Valdese
Via monte degli ulivi, 6
93016 Riesi (CL)
Tel. +39.0934.92.81.23
Paula Röder
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Mein Freiwilliges Soziales Jahr am Philippinum
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2009 war es soweit – endlich Abitur und fertig mit der Schule!
Jedoch wusste ich noch gar nicht, ob ich dann eine Ausbildung oder ein Studium anfangen möchte. In einer Studien- und Berufswahlberatung wurde ich dann auf ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sport aufmerksam gemacht. Das ist ein einjähriges Bildungs- und Orientierungsjahr, das von der Sportjugend Hessen als Träger angeboten wird. In diesem Jahr bekommt man einen Einblick ins Berufsleben und zudem wird das Engagement und die Übernahme von Verantwortung gefördert. Das hat mich sehr angesprochen und ich begann mich in der Umgebung bei verschiedenen Vereinen zu bewerben. Eine Liste mit Einsatzstellen konnte ich auf der Homepage der Sportjugend Hessen finden.
Zu meiner Freude wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch an das Gymnasium Philippinum eingeladen und konnte einen Dreiecksvertrag zwischen der Sportjugend Hessen, dem Philippinum und mir unterschreiben.Als FSJlerin habe ich eine 38,5 Stundenwoche und bekomme 300 Euro Taschengeld. Neben der Arbeit in Schule oder Verein nimmt man an Seminaren teil, wo man auch andere FSJlerInnen kennen lernt und wir gemeinsam eine pädagogische Begleitung bekommen, Erfahrungen austauschen und eine Persönlichkeitsbildung und sportpädagogische Qualifikation erfahren. Auf diesen Seminaren kann man auch kostenlos eine Lizenz zum Übungsleiter im Breitensport absolvieren.
Am Phille habe ich folgende Aufgaben: unter der Woche begleite ich einige SportlehrerInnen in ihren Unterricht, hospitiere und übernehme auch eigenständige Stundenteilen, wie z.B. das Aufwäremen. Nachmittags stehen dann die Basketball-Talentaufbaugruppen, AG's, als auch die "Bewegte Mittagspause" auf meinem Plan. Ich beteilige mich aber auch an Wandertagen, diversen Organisationen, Wettkämpfen, Bundesjugendspielen, dem Schulskikurs und konnte sogar als Begleitperson mit nach Schottland fahren.
Das Phille ist zum ersten Mal Einsatzstelle für ein FSJ im Sport und steht in Kooperation mit dem BC Marburg. Der Basketballsport ist stark an der Schule vertreten und ich werde fast täglich mit diesem Sport konfrontiert. Ich war erst totale Basketballanfängerin, habe aber schon in den ersten Monaten viel über Basketball gelernt und selbst Interesse zu diesem Sport entwickelt.
Ein FSJ im Sport kann so ziemlich jeder machen, der daran interessiert ist mit Kindern und Jugendlichen zusammenzuarbeiten und Spaß an Spiel, Sport und Bewegung hat. Es wird anerkannt als Wartesemester bei der ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) und kann anstelle eines Zivildienstes von anerkannten Kriegsdienstverweigerern absolviert werden.
Meine Erwartungen von dem FSJ sind, dass ich selbstsicherer vor Gruppen auftreten kann. Außerdem möchte ich meine sportspezifischen Kenntnisse erweitern. Mir gefällt mein FSJ sehr gut und ich bin mir sicher, dass sich meine Erwartungen erfüllen werden.
Ich empfinde es als sehr positiv, an einer Schule eingesetzt zu sein, weil ich hier aus vielen verschiedenen Bereichen Erfahrungen sammeln kann und es sehr abwechslungsreich ist. Schulen sind für mich kein fremdes Gebiet und ich fühle mich nicht wie ins kalte Wasser geschmissen. Außerdem habe ich hier sehr nette Kollegen und Kolleginnen, mit denen ich mich gut verstehe.
Ich freue mich auf die kommenden Monate und Aufgaben, die für meinen weiteren Lebensweg sicher nützlich sein werden.
Isabelle Ehegötz
Freiwilliges Soziales Jahr im Sport: Homepage der Sportjugend Hessen
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Freiwilliges Soziales Jahr und Zivildienst beim Rettungsdienst
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"Mir ist hier klar geworden, dass die Entscheidung für meine berufliche Zukunft richtig war", erklärt Liesekathrin Danner auf die Frage, was ihr das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) denn nun genau bringt. Die Abiturientin [des Gymnasium Philippinum] absolviert ihr FSJ beim Rettungsdienst Mittelhessen und will anschließend Medizin studieren. Auch Miriam Kummer, ihre Kollegin auf der Wache Marburg-Süd, findet, "dass man hier eigentlich was Sinnvolles für's ganze Leben lernt!" Arne Fleischhacker [ebenfalls Abiturient des Gymnasium Philippinum], der im Moment seinen Zivildienst in Marburg ableistet, hebt besonders die Erfahrungen im Umgang mit Menschen in unterschiedlichen Situationen hervor. Von ehemaligen Mitschülern, die in anderen Bereichen Zivildienst oder FSJ machen, bekommen sie oft die Rückmeldung, "dass es beim Rettungsdienst Mittelhessen ganz schön abwechslungsreich ist!"
Während Zivildienst im Rettungswesen schon seit vielen Jahren möglich ist, bietet der Rettungsdienst Mittelhessen das Freiwillige Soziale Jahr erst seit Januar 2000 an. Es handelt sich dabei um ein soziales Bildungsjahr für Frauen und Männer zwischen 17 und 27 Jahren. Viele nutzen es nach dem Schulabschluss, um sich zu orientieren und nicht gleich von einer Schulbank auf die nächste zu wechseln. Diese Pause tut gut, da man normalen Arbeitsalltag' kennen lernen und im sozialen Bereich arbeiten kann, was oft auch noch auf das anschließende Studii7m angerechnet wird. Hin und wieder sind FSJ-Kräfte und Zivildienstleistende so begeistert von dem Job, dass sie sich entschließen, den Rettungssanitäterschein abzulegen und weiterzumachen. Studentinnen und Studenten haben darüber hinaus als Aushilfskräfte die Möglichkeit, ihr Studium auf diesem Wege zu finanzieren.
Sowohl für Zivildienst wie auch für FSJ gilt: die Absolventen werden zunächst theoretisch ausgebildet, bevor sie Schritt für Schritt an den Einsatzdienst herangeführt werden. "Ein Ansprechpartner ist immer greifbar. Einerseits der Kollege, mit dem ich auf Tour gehe, oder der Zivildienstbeauftragte, oder ein Kollege auf der Wache", erklärt Arne Fleischhacker. Bislang hat der Zivildienstleistende zum Glück noch keinen Einsatz erlebt, der ihm richtig unter die Haut gegangen ist. Angst davor hat er aber nicht: die Zeit für ein Gespräch ist immer da. Deshalb fühlt er sich auch nicht überfordert, obwohl die Verantwortung groß ist. Die Hauptverantwortung trägt allerdings der Rettungsassistent, mit dem die FSJ-Kräfte bzw. die Zivis zusammen fahren. "Über die Protokolle müssen wir schon Rechenschaft ablegen und wer Mist baut, muss dafür gerade stehen!" meint Miriam Kummer.
Für weitere Informationen haben Interessierte die Möglichkeit, sich an die Regionalstelle Mittelhessen der Freiwilligen Sozialen Dienste in der Eichgärtenallee 90 in Gießen zu wenden. Unter der Telefonnummer 06 41 - 4 00 06 31 kann man auch erfahren, wo die nächsten Informationsveranstaltungen zu diesem Thema stattfinden. Der Rettungsdienst Mittelhessen verschickt ebenfalls Informationsbroschüren zum Thema Zivildienst/ Freiwilliges Soziales Jahr. Sie können unter der Telefonnummer 06421-9502-73 (Britta Hilberg) angefordert werden.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Susanne Papendorf (06421-9502-64)
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