Marburger Stadtmusikanten

Die OP berichtete

Vier Jugendliche musizierten auf den Weihnachtsmärkten / Die Hälfte ihrer Einnahmen wollen sie an die Tafel spenden

Von Marco A. Gomes

Marburg. Lino Purtauf (15) und seine vier Freunde Mattis Frommhold (18), Anton Wegscheid (17), Julius Wick (14) und Lukas Wießmann (15) haben gezeigt, dass der ramponierte Ruf der Jugend nicht immer zutrifft. Spontan kam ihnen die Idee, gemeinsam auf dem Marburger Weihnachtsmarkt Musik zu spielen.

Gesagt, getan: Sie kauften die Songnoten, probten in der Schule und zu Hause und gingen auf den Weihnachtsmarkt. Am Dienstag, 16. Dezember, zu fünft, am Samstag, 20. Dezember, zu viert. Mit zwei Posaunen, zwei Trompeten und einem Euphonium.

Sie stellten sich an unterschiedlichen Orten auf – unter anderem vor dem Rathaus in der Nähe vom Brunnen und vor der Elisabethkirche. Vor sich legten sie einen geöffneten Koffer mit einem Schild darin, auf dem stand, dass 50 Prozent der Einnahmen an die Marburger Tafel gehen sollen. Die fünf Jugendlichen spielten klassische Weihnachtslieder wie „O du fröhliche“ und „Leise rieselt der Schnee“.

Musik für den guten Zweck

„Es hat unfassbar viel Spaß gemacht, dort zu spielen“, sagt Lino Purtauf. Die Passanten und Passantinnen auf dem Weihnachtsmarkt waren aufmunternd und unterstützend, blieben stehen, sangen mit und spendeten Geld.

Eine von ihnen, die Studentin Pia Teske, ging mit ihren WG-Mitbewohnern über den Weihnachtsmarkt spazieren, als sie die Posaunen- und Trompetenspielenden Jugendlichen vernahm: „Wir sind direkt hin und haben mitgesungen“, so Teske. „Es war eine unverhoffte Begegnung gewesen, die weihnachtliche Stimmung verstärkte.“ Teske findet das mutig und couragiert. Sie war nicht die Einzige, die das so sah. Auch die Eltern sind stolz: „Wir sind sehr begeistert“, sagt Simone Auth-Purtauf, die Mutter von Lino. „Toll ist, dass sie nicht nur etwas Gutes für die Marburger Tafel getan, sondern auch vielen Zuhörern eine Freude bereitet haben“, ergänzt dessen Vater Tobias Purtauf.

Knapp 800 Euro kamen an den zwei Tagen, an denen sie spielten, zusammen. Die Hälfte soll nun an die Tafel Marburg übergeben werden. „Das ist so eine schöne Geste“, sagt Rita Vaupel, Vorsitzende der Tafel Marburg. „Es freut einen ganz besonders, wenn junge Menschen in der heutigen Zeit an sozial benachteiligte Menschen denken und in ihrer Freizeit aktiv werden“, so Vaupel.

Die vier Freunde musizieren auch in ihren Schulen, dem Gymnasium Philippinum und der Elisabethschule. „Wir wollen das auf jeden Fall noch einmal machen“, sagt Lino Purtauf.

Quellenangabe: Oberhessische Presse vom 20.01.2026, Seite 3